
Berlin. Zum Tages des Baumes (25.4.) macht der NABU auf die besondere Bedeutung heimischer Baumarten in der Forstwirtschaft aufmerksam. Ob Stieleiche, Rotbuche, Weißtanne, Spitzahorn oder Sommerlinde – heimische Bäume bieten enormes Potenzial, um unsere Wälder naturnah im Klimawandel weiterzuentwickeln.
“Der Klimawandel stellt die Forstwirtschaft vor große Herausforderungen. Zunehmend gewinnen Vorschläge an Gewicht, heimische Baumarten vermehrt durch fremde Arten zu ersetzen. Doch diese sind oft nur unzureichend in unsere heimischen Ökosysteme eingebunden. Sie drohen die Entwicklung des Waldes in eine Sackgasse zu führen – mit erheblichen ökologischen wie wirtschaftlichen Risiken“, betont NABU-Waldexperte Sven Selbert. “Es gibt keine Wunderbäume: Hitze und Dürre betreffen nicht nur heimische Arten, sondern längst auch vorgeblich resiliente, eingeführte Forstpflanzen. Eine starke forstliche Überformung des Waldes führt dabei zu einer ökologischen Verarmung, die neue Verwundbarkeiten schafft – etwa durch später ebenfalls eingeschleppte Schädlinge, denen natürliche Gegenspieler fehlen.”
Der NABU spricht sich für einen ökologisch fundierten Waldumbau aus, bei dem standortangepasste, heimische Baumarten gezielt gefördert werden. Der Anteil nicht-heimischer Baumarten sollte hingegen nicht höher als 20 bis maximal 30 Prozent sein, um die widerstandsfähigen Waldgesellschaften nicht zu gefährden. In besonders geschützten Wäldern soll ganz darauf verzichtet werden, fremde Baumarten anzupflanzen. Der NABU fordert Bund und Länder außerdem dazu auf, Förderprogramme konsequent auf naturnahe Waldbewirtschaftung auszurichten und die Risiken großflächiger Anpflanzungen nicht heimischer Arten stärker zu berücksichtigen.
Weitere Informationen:
Grundsatzprogramm Wald des NABU: Wälder der Zukunft